Tipps für Mamas

Wie dich deine Kinder verstehen

Von Dr. Victoria Söll
Psychologin und Doktor in Biosozial- und Gesundheitswissenschaften


 
 
Auf einmal müssen wir #zuhausebleiben. Die Tage mit kleinen Kindern scheinen manchmal sehr lang zu sein, besonders wenn nicht so viel Abwechslung zur Verfügung steht und wir nicht wissen, wie wir unsere Erwartungen an unsere Kinder effektiv kommunizieren können. Als ich in Spanien lebte, gab ich Eltern von Kindern im Alter von 0-6 Jahren Unterricht. Damals hatte ich selbst noch keine Kinder und alle Probleme der Eltern schienen für mich (zu dieser Zeit) leicht lösbar – mit ein paar Tipps und natürlich wenn man die goldene Regel umsetzt: konstant bleiben. Diese Wahrnehmung von „es ist einfach“ änderte sich, als ich mein eigenes Bündel an Energie und Freude bekam.

Einer der Tipps, an die ich mich aus dieser Zeit erinnere, die meinen „Schülern“ (also den Eltern), geholfen hat und für mich als Mutter eines 4-Jährigen sehr nützlich wurde, ist: WIE man seinen Kindern Anweisungen bestmöglich geben kann. Hier sind meine Top 5, wenn es darum geht, deinen Kindern deine Anforderungen mitzuteilen. Denke immer daran: Je früher du anfängst, desto einfacher ist es!
 
Zunächst sollten deine Anweisungen immer klar und verhältnismäßig sein. Es ist vernünftig, beim aufräumen der Spielsachen zu helfen. Sie zu bitten um 8 Uhr morgens aufzuwachen, um Ihr Auto zu waschen weniger. Es ist absolut klar für Kinder wenn man Ihnen sagt: „Spring nicht auf dem Sofa rum“, es ist jedoch keine klare Aufforderung wenn man sagt, „benimm dich gut“, da es eine zu allgemeine Aufforderung ist.

Gib nachvollziehbare Anweisungen entsprechend dem Alter und Entwicklungsstand, die nicht nur leicht zu verstehen, sondern auch relativ einfach zu bewerkstelligen sind. Das Bett alleine mit 5 Jahren zu machen, ist nicht sehr verständlich. Studien zeigen, dass Eltern bis zu 117 Aufforderungen pro Stunde geben! (Zähne putzen, Schuhe aufheben, beim Tisch decken helfen ...) Bitte wählt Eure Auseinandersetzungen mit Bedacht aus. Was ist wirklich wichtig zu tun? Darüber hinaus solltest du es nicht ausnutzen nach „kleinen Gefälligkeiten“ deiner Kinder zu fragen, wenn du auf dem Sofa liegst. Die Regel ist klar: Nicht zu viele Aufforderungen und sie sollten nützlich für alle sein.
 
Bitte beachte folgendes: Nicht fragen, nur sagen. "Kannst du dir jetzt die Zähne putzen, bevor der Zeichentrickfilm beginnt?" Das ist nicht der ideale Weg. Besser ist: "Geh bitte und putz dir jetzt deine Zähne, bevor der Zeichentrickfilm beginnt". Der erste Satz ist ein Vorschlag, der andere eine klare Ansage.      

Vermeide es, deinen Kindern zu sagen, dass sie etwas tun sollen, wenn sie sich mitten in einer lustigen Beschäftigung befinden: Sie werden dir nicht gehorchen und du weißt warum ;-). Fordere sie zur richtigen Zeit und in der richtigen Situation auf, etwas zu tun. Viele Eltern denken über tausend Dinge nach, die zu tun sind, während die Kinder ihre Lieblingsserie sehen. Abschließend würde ich sagen, dass es am schwierigsten ist, sie selbst tun zu lassen, worum sie gebeten werden.
 
Wenn unsere Forderungen ihrem Alter entsprechen, werden sie sie erfüllen können. Denke daran, dass diese Haltung die Unabhängigkeit fördert. Versuche zum Beispiel das Zimmer zu verlassen, wenn du sie zum Aufräumen aufforderst und vermeide die typische Aufforderung deines Kindes „Mama, bitte hilf mir...“.

Ich hoffe dir mit den paar Tipps helfen zu können! Bald kommen mehr! Wenn du Kommentare oder Fragen hast, zögere bitte nicht mir zu schreiben: v.soell@leyana-int.com. Wenn dir dieser Beitrag geholfen hat, teile ihn gerne mit anderen Müttern :-).


Quellen

Servera, M. Program for parents: children problem conduct management based on Russell Barkley´s model. 2010. Psychology Department. UIB.



 

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